Digitaler Fachtag der BAJ und Jugendschutzlandesstellen zum Jugendschutz in der Öffentlichkeit

Am 29. September veranstalteten die BAJ und verschiedene Landesstellen für Kinder- und Jugendschutz einen bundesweiten digitalen Fachtag zum Thema »Jugendschutz in der Öffentlichkeit – Herausforderungen, Chancen und Verantwortlichkeiten«. Mit mehr als 100 Teilnehmenden stieß die Veranstaltung auf großes Interesse. Im Mittelpunkt standen aktuelle Fragen des gesetzlichen und erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes sowie der bundesweite Austausch von Jugendschutzfachkräften.


Die Teilnehmenden erhielten zu Beginn einen Überblick über die Regelungen des Jugendschutzgesetzes im öffentlichen Raum (§§ 4-9 JuSchG). Inhalt dieser Regelungen sind die Alters- und Zeitgrenzen für Jugendliche in Gaststätten, bei Tanzveranstaltungen, oder bei der Abgabe von Alkohol, Tabak und E-Zigaretten. Diskussionspunkt war auch die geplante Abschaffung des begleiteten Trinkens (§ 9 Abs. 2 JuSchG). Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Vorstellung der bald erscheinenden, umfangreich überarbeiteten Leitlinien des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes in NRW und deren Schnittstellen zum Jugendschutz in der Öffentlichkeit. Eine zentrale Erkenntnis hierbei: Zeitgemäßer Jugendschutz muss an den Lebenswelten junger Menschen ansetzen und analoge wie digitale Räume gleichermaßen berücksichtigen.
Im Rahmen einer offenen Gesprächsrunde unter den teilnehmenden Fachkräften zeigte sich darüber hinaus die große Bandbreite aktueller Herausforderungen: benannt wurden insbesondere neuere Konsumformen wie Vapes, Cannabis und synthetische Substanzen, die Einhaltung des Jugendschutzes an 24-Stunden-Verkaufsstellen und Automaten, Veranstaltungsgrauzonen sowie die Erarbeitung und Umsetzung von Schutzkonzepten.
In fünf parallelen Praxisforen vertieften die Teilnehmenden anschließend Themen wie öffentliche Freiräume für junge Menschen, Awareness und sicheres Feiern, Jugendschutz im Gaming, die Zusammenarbeit beim gesetzlichen Jugendschutz am Beispiel von 24-Stunden-Shops und Automaten sowie die Prävention von Jugendkriminalität im öffentlichen Raum.
Der digitale Fachtag verdeutlichte, dass Jugendschutz im öffentlichen Raum weit über die Kontrolle der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben hinausgeht. Wirksamer Kinder- und Jugendschutz erfordert neben klaren gesetzlichen Rahmenbedingungen präventive Angebote, qualifizierte Fachkräfte, eine gute Vernetzung der beteiligten Akteure und Institutionen sowie die Beteiligung junger Menschen selbst.

Quelle: Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz e.V., Berlin, 29. September 2026